Sonntags in der City Nord

 

Die Stadt Hamburg suchte in der Nachkriegszeit nach einer Möglichkeit die hier ansässigen Unternehmenszentralen am Ort zu halten und gleichzeitig das einzigartige Innenstadtbild mit Elbe und Alster zu bewahren und es nicht von Verwaltungshochhäusern verunzieren zu lassen. Oberbaudirektor Werner Hebebrand brachte aus New York die Idee einer mehr oder minder abgenabelten Bürostadt mit und machte sich an die Planung. Im Stadtteil Winterhude, nördlich des Stadtparks, besaß Hamburg Gelände, auf dem die autogerechte Bürostadt im Grünen errichtet werden sollte. Ursprünglich musste jede Firma einen Architekturwettbewerb ausschreiben, um hier bauen zu können. Das brachte zwar nicht immer schöne Gebäude, aber insgesamt besteht die City Nord auch heute noch aus vielen individuellen Gebäuden und ist trotz der unumgänglichen Dominanz von Beton und Glas immerhin nicht monoton, wenn man denn bereit ist, die verschiedenen Glastönungen als Abwechselung anzusehen.

Dass das eigentlich geplante Konzept eines autogerechten Stadtteils nicht wirklich aufging, weil letztlich die Menschen einen Stadtteil mit Leben erfüllen und nicht die Autos, wissen wir heute, und dieser Fehlschlag mit den von Menschen ungeliebten Fußgängerbrücken, mit Restaurants, Bars und Geschäften in fünf Meter Höhe, die man kaum wahrnimmt, wenn man durch die City Nord fährt, sind Planungsfehler, die noch heute teils ins Auge stechen, teils Schwierigkeiten wegen ihrer Unsichtbarkeit machen. Allerdings lebt die City Nord, zumindest werktags zu den üblichen Arbeitszeiten, und sie war flexibel genug das Verschwinden der Großraumbüros zu überleben und ist im Moment sogar dabei sich wieder von ihrem zwischenzeitlich schlechten Ruf zu erholen.

 

Ausführlicher hier: Wikipedia

 

Ein paar Bilder von mir:

Ein persönliches Pfanddesaster

 

Der riesige Getränkemarkt in der Nähe der Kreuzung Fuhlsbüttler Straße-Hartzloh verfügt, selbst wenn alles gut läuft, über ganze zwei Leergutautomaten. Da staut sich die rückgabewillige Kundschaft auch an normalen Tagen schon mal. Gestern streikte einer dieser zwei Automaten und am anderen war ein junger Mann damit beschäftigt hunderte dämlicher Getränkedosen in den Automaten zu stopfen. Es hatte sich bereits eine kleine Schlange hinter ihm gebildet, und vor mir stand ein Herr, der auch mindestens zwei Tüten mit Leergut dabei hatte. Der freundliche Azubi an der Kasse erklärte jedem Interessierten mit Engelsgeduld, dass der eine Automat kaputt sei. Niemand wollte bei ihm Getränke bezahlen, weil sich alle anwesenden Kunden in der Schlange vor dem Leergutautomaten stauten. Mir ist da ein revolutionärer Gedanke gekommen, der dem Azubi aber nicht kam, vielleicht hat er es tatsächlich nicht mehr erlebt, dass Kunden früher bei den Angestellten ihr Leergut abgeben konnten.

Ein kleiner Tumult kündigte sich an, als der junge Mann am Leergutautomaten seine zwei oder drei leeren Tüten zusammenknüllte und jetzt den Rucksack abnahm, ihn öffnete und weitere Dosen zu Tage förderte.  Da war Leben in der Warteschlange. Und ich befürchtete das Schlimmste. Da ich nachmittags besonders unter Zeitdruck stehe, weil meine Arbeit um 18 Uhr beginnt, verliess ich die Schlange, schnappte mir einen Einkaufskorb und kaufte meine Getränke, wobei ich mir an der Kasse doch ziemlich blöd vorkam, als ich meinen Beutel mit dem Leergut auf die Ablage legte, um nach dem Portemonnaie zu greifen. Auch wenn man das Leergut wieder mit nach Hause nehmen muss, ist das nicht wirklich prickelnd, aber der Rückweg brachte die Hoffnung. Direkt an der Ecke Fuhle-Hartzloh baut besagter Supermarkt ein neues, größeres Gebäude für einen neuen, größeren Supermarkt. Hoffentlich mit einem besseren Getränkemarkt, etwa mit vier oder noch mehr Leergutautomaten. Das wäre doch mal was. Hoffen wir die kompetenten Menschen, die den Bau planten, haben an die alltäglichen kleinen Probleme ihrer Kundschaft und der manchmal eben nicht funktionierenden Technik gedacht.

Das hat hier wirklich gefehlt – eine Seilbahn für Hamburg

Nachdem die Bürgerschaft kürzlich gezwungen war, auf Druck aus Brüssel eine Seilbahnverordnung zu verabschieden, bekommen wir jetzt – vielleicht – das, worauf wir hier schon immer sehnlichst gewartet hatten: eine Seilbahn.
Ab 2013 soll sie das Gelände der Internationalen Gartenschau auf der Elbinsel Wilhelmsburg mit St.Pauli verbinden. Nachdem wir bereits bewährte Wahrzeichen wie den Michel, den Fernsehturm oder die Köhlbrandbrücke auf unerfindliche Weise einfach verloren zu haben scheinen, mussten wir ja schon mit dem kostspieligen Konzerthaus in der Hafencity ein neues sogenanntes Wahrzeichen errichten, womit wir bekanntlich ja noch immer nicht ganz fertig sind. Aber wir geben uns Mühe und machen jeden Cent dafür locker. Ansonsten gibt es hier ja keine Probleme.
Der Seilbahnbauer Doppelmayr und der Musicalproduzent Stage Entertainment planen nicht nur das Millionenprojekt, sondern bemühen sich nach eigener Aussage bereits um eine Genehmigung. Wie ich zunächst nur scherzhaft annahm, ist laut Meldungen in der Presse, ein Zwischenstop beim Stage-Musical “König der Löwen” im Hafen tatsächlich vorgesehen.
Ebenfalls der Presse entnahm ich, dass es nicht nur schon einmal im Jahre 1963 eine Internationale Gartenschau in Hamburg gegeben hat, nämlich in Planten un Blomen, nein damals gab es dazu auch schon eine Seilbahn. Da macht man sich noch nachträglich Sorgen: es gab eine Seilbahn ohne Seilbahnverordnung, die daraus resultierenden Katastrophen muss man gekonnt unter den Teppich gekehrt haben.
Immerhin hat selbst Schleswig-Holstein einen echten Skilift, so es ihn noch gibt; wir bauen uns also möglicherweise für die paar Meter von der Elbe nach St.Pauli hinauf eine 5,2 km lange Seilbahn. Es würde mich interessieren, ob man in Oberstdorf bereits den Bau eines Leuchtturms plant.

Die Neustadt bei Nacht

Selbst bei Nacht kann die Stadt sich sehen lassen, finde ich. Die Galerie ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was hier in Zukunft erscheinen wird.