Die nördliche Begrenzung der Außenalster

Die Brücke ist in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre vom beinahe allgegenwärtigen Fritz Schumacher und Gustav Leo gemeinsam entworfen worden und stellt laut Experten eine gelungene Zusammenarbeit von Architekt und Ingenieur dar. Sie besteht aus drei Eisenbetonbögen, die auf Pfählen ruhen, und ist in typischer Art mit dem roten Klinker verkleidet. Puristen stören sich an den nachträglich zugefügten Lampen und selbstverständlich erst recht an den nun wirklich völlig überflüssigen Verkehrsschildern.
Die nur ein paar Meter entfernt liegende Fernsichtbrücke stammt aus dem Jahr 1927, das Baujahr ist dort am Geländer in Stein gemeißelt. Ich frage mich, ob es hier und an der Krugkoppel Vorgängerbrücken gegeben hat.

Die Skulptur ‘Ätherwelle’ ist 1931 vom Hamburger Senat bei Friedrich Wield in Auftrag gegeben worden, um den “Sohn der Stadt Hamburg” Heinrich Hertz zu ehren. Nach der Machtergreifung der barbarischen Schwachsinnigen ist die Skulptur weder aufgestellt noch ihr Schöpfer bezahlt worden, weil Hertz als Jude betrachtet wurde. Lange Zeit war die Skulptur vergessen, doch seit 1994 steht sie im Eichenpark.

Mal ‘was auf die Ohren

Wenn es den ganzen Tag lang so aussieht als regne es gleich los, lädt das nicht unbedingt zu einem Streifzug durch die Stadt ein. Als Rückversicherung für mein bedeutungsschweres Blog hatte ich aber ja noch das Kulturfest rund um das Barmbeker Bürgerhaus in der Hinterhand, hatte ich gedacht – aber da wurde, als ich auftauchte, schon abgebaut, nein, da war praktisch schon fast alles abgebaut. Nur wegen ein paar Regentropfen.
Der Fußballbetrieb ruht bekanntlich ja auch, naja, bis auf ein paar Juniorenturniere und die morgen beginnende Frauen-WM. Da habe ich dann mal online nach Musik gestöbert.


(Link zum Video:KrilaSounds)

In meiner Jugend mussten wir Musik ja noch von Vinylplatten konsumieren, aber schon allein beim Hören war der Song ein ziemlicher Gänsehauttitel von einer recht unbekannten Band – oder irre ich mich da ?

Mit dem Thema Bauen bzw Gleisbau haben sich etwa zur gleichen Zeit selbstverständlich auch die unschlagbaren Pogues beschäftigt:


(Link zum Video:worcesterjonny)

Oder hier, ein Titel, der meiner Erinnerung nach schlicht ‘Poor Paddy’ hieß:


(Link zum Video:JTpoguemahon)

Auch wenn es vielleicht so aussieht, als schweiften wir jetzt vom Thema ab, aber mit einer ganz anderen Art des Bauens befasste sich in einem Gedicht William Blake, das von Sir Hubert Parry vertont wurde und inzwischen eine inoffizielle Nationalhymne Englands ist.


(Link zum Video:WeShallFightOn)

Und wenn man schon mal bei der Last Night Of The Proms ist, hier noch zwei weitere Nebenhymnen, zuerst von Sir Edward Elgar ‘Pomp and Circumstance March No. 1′. Das Stück ist viiiieeeel bekannter als der Titel.


(Link zum Video:WeShallFightOn)

Und eine besonders visuell lustige Version von Thomas Augustine Arne’s ‘Rule Britannia !’ gab es ebenfalls bei der Last Night 2009.


(Link zum Video:WeShallFightOn)

Und jetzt kommt der große Clou, mit dem wir mühelos wieder den Schwenk zurück nach Hamburg machen, nämlich das kleine Lied für die muggelige Vorzeigefrau, bei dem sich 2009 auch tatsächlich unübersehbar ein Stück Hamburg in die Royal Albert Hall hineingeschmuggelt hat:


(Link zum Video:WeShallFightOn)

Schleusenstadt Brunsbüttel

Eine Familienfeier führte mich am Sonnabend nach Brunsbüttel und glücklicherweise fand die Feier in einem Restaurant direkt am Nord-Ostsee-Kanal statt. Zwar war das Essen wirklich prima, aber die Lage des Restaurants zwischen den Kanalschleusen und den Fähren schlug einfach alles. Und da habe ich mich dann zwischen Mittagessen und Kaffeetrinken auf den Weg gemacht…

Der Kanal ist 1895 durch Wilhelm II feierlich eröffnet worden und war nach seinem Großvater Wilhelm I benannt. Von Beginn an konnten die größten Schiffe ihrer Zeit den Kanal nicht nutzen, da er zu schmal, zu flach und die Schleusen zu klein waren. Also wurde der Kanal seit 1907 verbreitert und bereits auf seine heutige Tiefe von 11 Metern gebracht, während gleichzeitig neue 330 Meter lange und 45 Meter breite Schleusenkammern gebaut wurden. Dieser erweiterte Kanal wurde wenige Tage vor Ausbruch des Krieges 1914 wiederum von Wilhelm II eröffnet.
Nach dem II. Weltkrieg ist der deutsche Name in Nord-Ostsee-Kanal geändert worden, seit 1965 ist der Kanal weitestgehend bis auf 162 Meter verbreitert worden, und er ist heute die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt.
Die Nutzung der Kanalfähren ist kostenlos. Die beiden Fähren in Brunsbüttel sind insofern eine Besonderheit, als dass sie erstens besonders groß und tragfähig sind und zweitens nach festgelegtem Takt, alle 10 Minuten, fahren. Diese Regelung ist eingeführt worden, um den zahlreichen Menschen, die tagtäglich den Kanal queren müssen, planbare Fahrzeiten, etwa zur Fahrt an den Arbeitsplatz, zu bieten.
Die 1983 fertiggestellte Kanalhochbrücke entlastet Brunsbüttel weitgehend vom Fernverkehr, der vorher durch die Stadt und über die Fähre musste und zu Stoßzeiten eine unendliche Autoschlange durch die ganze Stadt produzierte.

Ein Dorf in der Großstadt – Bramfeld

Bramfeld ist, wie viele andere heutige Stadtteile, erst 1937 mit dem Groß-Hamburg-Gesetz ein Stadtteil der Hansestadt geworden. Bis dahin hatte es mit zunehmendem Unwillen zu Schleswig-Holstein gehört, denn obgleich das Wachsen Hamburgs auch die Bevölkerung Bramfelds anwachsen ließ, wurde das Dorf nicht in den Infrastrukturaufbau Hamburgs einbezogen. Es blieb getrennt von der Hamburger Kanalisation und wurde nicht in den begonnenen Bau von U- und S-Bahn eingeschlossen. Ein seit 1914 vorbereiteter Straßenbahnanschluß wurde immerhin schon nach dem 2. Weltkrieg, 1948, realisiert, verschwand aber natürlich wieder als Hamburg sich entschloss seine Straßenbahn aufzugeben.

Obwohl die Bramfelder Chaussee eine viel befahrene Ein- und Ausfallstraße ist und Bramfeld inzwischen um die 50.000 Einwohner hat, hat es sich bis heute etwas Dörfliches bewahrt, sobald man von der Chausse auch nur einige Schritte entfernt ist, ist das Großstadtgefühl weg. Das ist vielleicht zweideutig formuliert, aber es ist nicht herablassend gemeint. Auch wenn Bramfeld wenig Spektakuläres hat, ist es ein interessanter Kontrapunkt zu dem, wie man sich einen innerstädtischen Hamburger Stadtteil vorstellt, denke ich.

Rund um den Mundsburger Bahnhof

Wenn man einen Blog wie diesen betreibt, darf man natürlich auch vor dem Offensichtlichen und dem vermeintlich banal Alltäglichem nicht zurückschrecken. Der U-Bahnhof Mundsburg ist wohl einer der markantesten Hamburger U-Bahnhaltestellen und liegt wie eine Insel von lauter Hauptverkerhrsstraßen umgeben und ist daher eigentlich jedem Hamburger bekannt, der sich hin und wieder durch seine Stadt bewegt.

Die Mundsburger Türme sind selbstverständlich noch unübersehbarer und ragen etwa hundert Meter in die Höhe. In zwei Türmen befinden sich Wohnungen, im dritten, der gerade renoviert wird, sind ausschließlich Büros. Das ehemalige Hammonia-Bad wird längst nicht mehr als Badeanstalt genutzt sondern als Ärzte- und Medizinzentrum und es bietet einem indischen Restaurant und dem English Theatre eine Geschäfts- bzw Wirkungstsätte.
Das Gebiet Mundsburg ist nach einem ehemaligen Grundbesitzer namens Mund benannt, ist aber kein offizieller Stadtteil.

Am Tag, als der Regen kam, …

… zeigte sich, dass Hamburg nicht nur die Stadt am Wasser sondern mitunter auch die Stadt im bzw unter Wasser sein kann. Es war ein Schauer biblischen Ausmaßes, der nicht nur für ein Verkehrschaos sondern auch für jede Menge vollgelaufener Keller, Läden, ja Bahnhöfe sorgte. Noch jetzt in der Nacht hört man ständig die Martinshörner und überall stehen Feuerwehrfahrzeuge, die Gebäude oder Keller leerpumpen.
Ich war auf dem Weg zur Arbeit, als sich die Fuhle plötzlich in einen See verwandelt hatte…

Unterwegs an Goldbek- und Osterbekkanal

Die beiden Bäche waren bis zum 1.Weltkrieg zu Kanälen ausgebaut worden, denn in Winterhude und Barmbek hatten sich Fabriken angesiedelt, die Brauch- oder Kühlwasser benötigten und die Rohstoffe bzw Kohlen übers Wasser angeliefert bekamen und ihre Produkte dann über denselben Weg abtransportieren ließen. Der motorisierte Landtransport steckte noch in den Kinderschuhen. Heute haben beide Kanäle ihre Funktion als Transportweg verloren und werden in erster Linie zu Freizeitaktivitäten genutzt. Nur kleinere Bootswerften gibt es noch an den Kanälen.
Die Osterbek ist ab 1863 von der Mündung in die Außenalster aus schrittweise bis 1912 bis Höhe Lämmersieth/Meisenstraße kanalisiert worden, oberhalb davon ist sie weiterhin Bach. Der schmalere und kürzere Goldbekkanal stammt aus dem Jahr 1914. Die Alsterdampfer befahren beide Kanäle auf ihren Kanalfahrten und gelangen dabei bis in den Stadtparksee, der ohne Goldbek und Osterbek bzw einem Abzweiger von ihr nur eine trockene Grube wäre, worauf ich noch zurückkommen werde.

Nach Ohlsdorf kann man auch für immer ziehen II

Heute nur ganz lakonisch mal eine Reihe weiterer Bilder vom Friedhof Ohlsdorf. Ich hatte ein wenig mit den Lichtverhältnissen zu kämpfen, weil ich erst spät am Tag losfahren konnte und nur ein bescheidener Knipser bin, sorry.

Direkt zum Teil I: Friedhof Ohlsdorf