Sonntags in der City Nord

 

Die Stadt Hamburg suchte in der Nachkriegszeit nach einer Möglichkeit die hier ansässigen Unternehmenszentralen am Ort zu halten und gleichzeitig das einzigartige Innenstadtbild mit Elbe und Alster zu bewahren und es nicht von Verwaltungshochhäusern verunzieren zu lassen. Oberbaudirektor Werner Hebebrand brachte aus New York die Idee einer mehr oder minder abgenabelten Bürostadt mit und machte sich an die Planung. Im Stadtteil Winterhude, nördlich des Stadtparks, besaß Hamburg Gelände, auf dem die autogerechte Bürostadt im Grünen errichtet werden sollte. Ursprünglich musste jede Firma einen Architekturwettbewerb ausschreiben, um hier bauen zu können. Das brachte zwar nicht immer schöne Gebäude, aber insgesamt besteht die City Nord auch heute noch aus vielen individuellen Gebäuden und ist trotz der unumgänglichen Dominanz von Beton und Glas immerhin nicht monoton, wenn man denn bereit ist, die verschiedenen Glastönungen als Abwechselung anzusehen.

Dass das eigentlich geplante Konzept eines autogerechten Stadtteils nicht wirklich aufging, weil letztlich die Menschen einen Stadtteil mit Leben erfüllen und nicht die Autos, wissen wir heute, und dieser Fehlschlag mit den von Menschen ungeliebten Fußgängerbrücken, mit Restaurants, Bars und Geschäften in fünf Meter Höhe, die man kaum wahrnimmt, wenn man durch die City Nord fährt, sind Planungsfehler, die noch heute teils ins Auge stechen, teils Schwierigkeiten wegen ihrer Unsichtbarkeit machen. Allerdings lebt die City Nord, zumindest werktags zu den üblichen Arbeitszeiten, und sie war flexibel genug das Verschwinden der Großraumbüros zu überleben und ist im Moment sogar dabei sich wieder von ihrem zwischenzeitlich schlechten Ruf zu erholen.

 

Ausführlicher hier: Wikipedia

 

Ein paar Bilder von mir: