Obwohl Aston Villa das Spiel gegen die Mannschaft mit den meisten Erstligaspielzeiten in England nicht gewinnen konnte und es nicht gerade ein Spiel mit super vielen Torchancen war, haben wir es nicht bedauert für diesen Klassiker auf die Insel geflogen zu sein.
Das Spiel begann mit einer von der Heimmannschaft dominierten Phase, in der man Ball und Gegner ordentlich laufen liess. Was fehlte, war der letzte Pass in die Spitze, sodass das Spiel nicht sehr aufregend war. Everton beschränkte sich ganz darauf hinten alles zuzustellen und Villas einzige Spitze, Darren Bent, unter Kontrolle zu halten. Die größte Chance der ersten Hälfte hatte aber überraschend dann Everton, als Villas Linksverteidiger Stephen Warnock den Ball statt zur Ecke ziemlich scharf aufs eigene Tor köpfte – zum Glück war Keeper Shay Given auf dem Posten. Soweit ich informiert bin, entstammt Warnock einer Everton-Familie, aber ich will ihm da keine Absicht unterstellen, auch wenn ein so erfahrener Mann die Situation leicht etwas eleganter hätte lösen können.
So ging es also torlos in die Pause, und es setzte ein zaghaftes Buhen von den Rängen ein, für mich und meine Begleiter nur deshalb verständlich, weil Villa vor diesem Spiel vier Heimniederlagen in Folge erlitten hatte. Das Buhen wurde dann aber doch durch aufmunternden Applaus übertönt.
Und es wurde besser. Villa spielte etwas zwingender und holte eine Vielzahl von Ecken heraus, neuerdings ausnahmlos von Winger Marc Albrighton getreten. Allerdings hatte Albrighton nicht unbedingt seinen besten Tag als Flankengeber. Und doch war er indirekt am Führungstreffer beteiligt., als eine seiner Hereingaben per Kopf wieder in Richtung rechte Seite gespielt wurde -genau auf den Fuß von Stephen Ireland, der den Ball prompt wieder ins Sturmzentrum zurückspielte und Darren Bent fand, der trocken einschoß.
Es folgte die beste Phase des Spiels, als Villa mit der Führung im Rücken nun auch selbstbewußter aufspielte und der Anhang im Holte End sich hin und wieder sehr laut meldete. Everton gelang aber mitten in diesen Abschnitt hinein, der beste Angriff des ganzen Spiels, als man den Ball schnell und direkt laufen ließ und Anichebe eiskalt vollstreckte.
Also nur Unentschieden – aber trotzdem war es ein Erlebnis, was nicht zuletzt am Gegner und vor allem dessen Fans lag. Der Gästeblock war wirklich ein blauer Bereich im Stadion, der sich in der ersten Halbzeit und nach dem Ausgleich wieder lautstark bemerkbar machte.
Einige bescheidene Fotos zum Stadion und dessen Umfeld…

Vom Bahnsteig der Witton Station aus. Leider stand die Sonne genau hinter dem Stadion, sodass ich mir einen Platz zum Fotografieren suchen musste, wo sie abgedeckt war. Das Bild ist daher nur ein ganz schwacher Eindruck vom wirklichen Anblick.

In der Witton Lane, links im Vordergrund das Aston Manor Transport Museum.

Links die Gegengerade, der Doug Ellis Stand, rechts der North Stand.

Aufgang zum Holte End.

Nochmal von der anderen Seite.

Die Haupttribüne. Eiskalt die Trinity Road überbrückend.

Ohne Worte

Die Statue des geistigen Vaters der ersten Fußball Liga der Welt: William McGregor.
Die Statue wurde 2009 errichtet, nachdem Villa Fans jahrelang Geld für dieses Ziel gesammelt hatten. Am Ende übernahm der Club die Hälfte der Kosten.

Hinter den kurzen Tribünen sind Fanbetreuer im Einsatz. Schon hinter dem Holte End hatten wir ein sehr nettes Gespräch mit einem dieser Herren, den es erstaunte, dass Villa auf einmal Fans auf allen Kontinenten hat und dass sogar Leute ganz aus Australien kommen, um Stadion und Mannschaft höchstpersönlich in Augenschein zu nehmen. Nachdem ich die Statue fotografiert hatte, kam also ein zweiter Herr auf uns zu und bot an uns davor zu fotografieren. Ich finde das großartig, auch wenn es natürlich das ein oder andere gelungenere Bild in der Geschichte der Fotografie gibt.

Aufwärmen vor dem Spiel. Villa in der rechten Spielfeldhälfte, Everton in der linken.

Das Aufwärmen der Fans: Programmlektüre.

Während des Spiels habe ich die Kamera in der Tasche gelassen. Ich bin ja schon bei völlig unbewegten Objekten nur ein absoluter Fotoamateur und obendrein habe ich kein passendes Objektiv für meine schlichte Kamera, deshalb also auch kein Bilddokument der Einwechslung vom neuen Villa-Leihspieler Robbie Keane oder gar des Treffers von Darren Bent.
Bei berechtigter Kritik und unberechtigtem Lob bitte melden. Und gerne auch die Bilder aus der Stadt ansehen:


























































